Deckungsbeitrag 2 verstehen und berechnen
Deckungsbeitragsrechnung in der Gastronomie verstehen: Erfahre, wie du DB1 und DB2 berechnest und warum der DB2 entscheidend für deinen Gewinn ist.
In diesem Beitrag dreht sich alles um den Deckungsbeitrag 1 (DB1) – eine der wichtigsten Kennzahlen in der Gastronomie und Hotellerie. Was der DB1 aussagt, warum der DB1 so wichtig ist und wie du ihn berechnest, erfährst du hier.
Der Deckungsbeitrag 1 (kurz: DB1) ist eine der wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen in der Gastronomie und Hotellerie. Er bezeichnet den Betrag, der nach Abzug des Wareneinsatzes vom Nettoverkaufspreis eines Gerichts übrig bleibt. Anders gesagt: Der DB1 zeigt dir, wie viel dir ein Gericht wirklich „bringt“, nachdem du die reinen Lebensmittelkosten dafür bezahlt hast.
DB1 (€) = Nettoverkaufspreis – Wareneinsatz
DB1 (%) = (Deckungsbeitrag 1 / Nettoverkaufspreis) x 100
Der Deckungsbeitrag 1 ist eine Brückengröße zwischen dem Umsatz und dem Ergebnis. Er gibt dir nicht nur Auskunft über deine Kalkulationsgüte, sondern liefert auch die Basis für viele wichtige unternehmerische Entscheidungen:
Mit dem DB1 steuerst du deine Küche nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Zahlen. Der Deckungsbeitrag 1 (DB1) ist auch Basis für alle folgenden Controlling-Instrumente: vom Deckungsbeitrag 2 über Renner-Penner-Analysen bis hin zur strategischen Speisekartengestaltung.
In kaum einer Branche sind die variablen Kosten – allen voran der Wareneinsatz – so direkt mit dem Umsatz verknüpft wie in der Gastronomie. Jeder verkaufte Teller bringt Geld – aber frisst auch Kosten. Und zwar jedes Mal neu. Hier kommt der Deckungsbeitrag 1 ins Spiel: Er zeigt dir, welcher Teil des Umsatzes tatsächlich zur Deckung deiner übrigen Kosten zur Verfügung steht. Dazu zählen:
Wenn der DB1 nicht reicht, arbeitest du defizitär – egal wie voll dein Laden ist. Der Deckungsbeitrag ist mehr als nur „übrig gebliebenes Geld“ – er ist dein betriebswirtschaftlicher Kompass. Mit dem DB1 kannst du erkennen, wie wirtschaftlich deine Kalkulation wirklich ist, welche Gerichte besonders stark zum Erfolg beitragen und wo trotz Umsatz Verluste entstehen. Er zeigt dir außerdem, wie viel Spielraum du bei steigenden Kosten oder Preisaktionen hast und wie wirksam Optimierungen im Einkauf oder bei den Rezepturen sind.
Deckungsbeitrag 1 am Beispiel Kalbsschnitzel mit Pommes (Richtpreise netto, Stand 11. August 2025)
| Komponente | Betrag |
| Nettoverkaufspreis |
17,18 € |
| Wareneinsatz | 4,92 € |
| DB1 (in €) | 12,26 € |
| DB1 (in %) | 71,4 € |
Ein DB1 von 12,26 € bedeutet: Für jeden verkauften Teller Kalbsschnitzel stehen dir 12,26 € zur Verfügung, um alle weiteren Kosten zu decken und Gewinn zu erwirtschaften.
Wie hoch dein Deckungsbeitrag 1 ausfallen sollte, hängt stark von deinem Betriebskonzept ab. Ein Hotel mit Halbpension hat naturgemäß andere Zielwerte als eine Kantine oder ein Systemgastronom. Auch die Erwartungen deiner Gäste, das Preisniveau und die Art der Kalkulation spielen eine wichtige Rolle.
Grob lassen sich jedoch folgende Richtwerte ableiten:
|
Betriebsform |
Ziel-DB1 (%) |
|
À-la-carte Gastronomie |
65–75 % |
|
Hotel mit Halbpension |
55–65 % |
|
Gemeinschaftsverpflegung |
40–50 % |
|
Systemgastronomie |
> 70 % angestrebt |
Wichtig: Ein hoher DB1 in Prozent bedeutet nicht automatisch viel Geld – er muss immer auch in Euro betrachtet werden. Ein Gericht mit 90 % DB1 bei 4 € Verkaufspreis bringt weniger ein als ein Gericht mit 65 % DB1 bei 20 €.
Ein zu niedriger DB1 kann mehrere Ursachen haben:
Spätestens wenn der DB1 nicht mehr ausreicht, um die Personalstunden zu decken, ist dein Betrieb nicht mehr wirtschaftlich steuerbar.
Wir geben dir einen Überblick über die gängigsten Methoden zur DB1-Ermittlung und zeigen dir, wo die Stärken und Schwächen liegen.
Bei dieser Methode erfasst du die Zutatenliste für jedes Gericht und trägst die jeweiligen Mengen zusammen mit den Einkaufspreisen in deine Excel-Tabelle ein. Anschließend ziehst du den Nettoverkaufspreis ab – so erhältst du den Deckungsbeitrag 1.
✅ Vorteile
❌ Nachteile
Bei dieser Variante werden deine Gerichte direkt im System mit den manuell hinterlegten Zutaten und Einkaufspreisen kalkuliert. Da Verkaufspreise und Mengen automatisch mitgebucht werden, kann der DB1 anschließend bequem in den Reports des Systems angezeigt werden.
✅ Vorteile
❌ Nachteile
Mit MEINbusiness fließen alle relevanten Daten automatisch zusammen: Die Einkaufspreise werden direkt aus digitalisierten Rechnungen übernommen, die Verkaufszahlen stammen aus dem Kassensystem und die Rezepturen können direkt im System hinterlegt werden. So wird der DB1 sowohl in Euro als auch in Prozent automatisch berechnet – ohne zusätzlichen Aufwand für dich.
✅ Vorteile
Wenn du deinen Betrieb aktiv steuern willst, brauchst du eine Lösung, die mit deinen echten Daten arbeitet und automatisch rechnet. Nur so erkennst du auf einen Blick, welche Maßnahmen sich wirklich lohnen.
Genau das bietet dir MEINbusiness – kein Rätselraten, kein Bauchgefühl, sondern fundierte Entscheidungen auf Basis klarer Zahlen.
Mit MEINbusiness brauchst du keine manuelle Kalkulation mehr.
Das System verknüpft automatisch deine digitalisierten Einkaufsrechnungen, Kassendaten und Rezepturen – und zeigt dir für jedes einzelne Gericht:
Du bekommst nicht nur Zahlen – du bekommst echte Entscheidungsgrundlagen.
Und das alles ohne Aufwand, ohne Excel, ohne Rätselraten.
Der Deckungsbeitrag 1 (DB1) zeigt dir, wie viel vom Nettoverkaufspreis eines Gerichts nach Abzug des Wareneinsatzes übrig bleibt. Dieser Betrag steht anschließend zur Verfügung, um weitere Kosten wie Personal, Miete, Energie oder Verwaltung zu decken.
Die Formel für den DB1 lautet:
DB1 = Nettoverkaufspreis – Wareneinsatz
Verkaufst du ein Gericht beispielsweise für netto 20 Euro und der Wareneinsatz beträgt 6 Euro, liegt der DB1 bei 14 Euro.
Um den prozentualen Deckungsbeitrag 1 zu berechnen, setzt du den DB1 ins Verhältnis zum Nettoverkaufspreis:
DB1 in % = DB1 ÷ Nettoverkaufspreis × 100
Bei einem DB1 von 14 Euro und einem Nettoverkaufspreis von 20 Euro beträgt der DB1 70 %.
Einen allgemeingültigen guten DB1 gibt es nicht. Wie hoch der Deckungsbeitrag sein sollte, hängt unter anderem von deinem Gastronomiekonzept, Preisniveau, Wareneinsatz und deiner gesamten Kostenstruktur ab.
Wichtig ist deshalb, den DB1 sowohl in Euro als auch in Prozent zu betrachten und mit deinen eigenen Zielwerten und bisherigen Ergebnissen zu vergleichen.
Nein. Der DB1 ist nicht dein Gewinn. Er zeigt lediglich, was nach Abzug des Wareneinsatzes übrig bleibt. Von diesem Betrag müssen noch weitere Kosten wie Personal, Miete, Energie, Versicherungen und Verwaltung bezahlt werden.
Der DB1 zeigt in der hier verwendeten Controlling-Logik, was nach Abzug des Wareneinsatzes vom Umsatz übrig bleibt. Beim DB2 werden zusätzlich die Personalkosten berücksichtigt.
Der DB2 geht damit einen Schritt weiter und zeigt, welcher Betrag nach Waren- und Personalkosten zur Deckung weiterer Betriebskosten verbleibt.
Ein sinkender DB1 kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören steigende Einkaufspreise, ein höherer Wareneinsatz, zu große Portionen, Rezepturabweichungen oder zu niedrige Verkaufspreise.
Deshalb solltest du Einkaufspreise, Rezepturen und Kalkulation regelmäßig überprüfen.
Um den DB1 zu verbessern, kannst du an mehreren Stellschrauben ansetzen: Einkaufspreise optimieren, Portionsgrößen standardisieren, Rezepturen überprüfen, Verkaufspreise anpassen und den Verkaufsmix analysieren.
Besonders wichtig ist, Einkaufspreisänderungen frühzeitig zu erkennen, damit deine Kalkulation nicht mit veralteten Werten arbeitet.
Der DB1 in Prozent zeigt dir, wie hoch der verbleibende Anteil am Verkaufspreis ist. Der DB1 in Euro zeigt dagegen, welcher tatsächliche Betrag zur Deckung weiterer Kosten zur Verfügung steht.
Ein hoher prozentualer DB1 bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Gericht auch absolut einen hohen Beitrag erwirtschaftet.
Der DB1 hilft dir dabei, die Wirtschaftlichkeit einzelner Gerichte zu beurteilen. Kombinierst du ihn mit den Verkaufszahlen, erkennst du, welche Gerichte häufig verkauft werden und gleichzeitig einen attraktiven Deckungsbeitrag erzielen.
Diese Verbindung ist eine wichtige Grundlage für Renner-Penner-Analysen und die strategische Optimierung deiner Speisekarte.
MEINbusiness führt relevante Daten aus digitalisierten Einkaufsrechnungen, Kassensystem und Rezepturen zusammen. Dadurch kannst du Einkaufspreise, Wareneinsatz, Verkaufszahlen und Deckungsbeiträge zentral analysieren.
So erkennst du schneller, welche Gerichte sich wirtschaftlich rechnen und wo du bei Einkauf, Rezeptur oder Verkaufspreis nachsteuern solltest.
Der Deckungsbeitrag 1 (DB1) ist die Kennzahl, mit der du erkennen kannst, ob du mit einem Gericht wirklich Geld verdienst – oder dir jedes Service mehr schadet als nützt. Er ist der Betrag, der nach Abzug des Wareneinsatzes vom Verkaufspreis übrig bleibt – und aus dem du alle weiteren Betriebskosten bezahlen musst: Personalstunden, Miete, Energie, Verwaltung, IT, Leasing … und deinen Gewinn. Wer den DB1 kennt, kann handeln – wer ihn ignoriert, verliert.
Simone ist Strategic Projects Manager bei MEINbusiness und kennt die Gastronomie aus eigener Erfahrung. Heute entwickelt sie Inhalte rund um Digitalisierung und betriebliche Steuerung. Dafür spricht sie regelmäßig im MEINbusiness-Podcast mit Menschen aus der Branche oder tauscht sich mit Kunden, F&B- und Projektmanagern über aktuelle Herausforderungen aus. Und wenn sie nicht gerade ein neues Projekt anschiebt oder tief in Zahlen eintaucht, ist sie mit ihrer Hündin Mila unterwegs – am liebsten draußen in der Natur.
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